BARF - Biologisch Artgerechtes Rohes Futter
Was bedeutet BARF?
BARF steht für eine natürliche Rohfütterung mit frischen, unverarbeiteten Zutaten. Ursprünglich stammt der Begriff aus den USA („Bones and Raw Foods“).
Im deutschsprachigen Raum wird BARF heute als „Biologisch Artgerechtes Rohes Futter“ verstanden – eine Fütterungsform, die sich an der ursprünglichen Ernährung wild lebender Caniden wie dem Wolf orientiert.
Das Ziel:
Hunde und Katzen erhalten die Nährstoffe, die ein Beutetier liefern würde – nur in einzelnen, exakt abgestimmten Bestandteilen.
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Das Grundprinzip von BARF: Ein Beutetier nachgebaut
Ein BARF-Menü setzt sich aus verschiedenen tierischen und pflanzlichen Komponenten zusammen, die zusammen eine vollwertige, natürliche Ernährung ergeben.
Die wichtigsten Bestandteile:
- Muskelfleisch
- Innereien
- Knochen & Knorpel
- Fett
- Gemüse & Obst
- Öle
- Optional: Getreide (für Katzen nicht geeignet)
Jede Komponente übernimmt eine bestimmte Aufgabe, um den Nährstoffbedarf des Tieres optimal abzudecken.
Die Bausteine des BARF-Futters
- Fleisch – der Hauptbestandteil
Fleisch bildet den größten Anteil eines BARF-Menüs. Ein Fettgehalt von 15–20 % ist wichtig, denn Fett ist die wichtigste Energiequelle in der Rohfütterung.
Geeignete Fleischsorten:
- Rind
- Lamm & Ziege
- Pferd
- Geflügel
- Wild
- Kaninchen u. a.
Tipp:
Regelmäßig zwischen 2–3 Fleischsorten wechseln – aber nicht mehrere Sorten in einer Mahlzeit mischen.
- Innereien – wertvolle Vitaminlieferanten
Innereien enthalten viele essenzielle Vitamine und Mineralstoffe, insbesondere Vitamin A aus der Leber.
Empfehlungen:
- Hund: 10–15 % der Gesamtration
- Katze: ca. 10 % des Fleischanteils
Typische Innereien:
- Leber
- Niere
- Milz
- Lunge
- Herz (wird mengenbedingt oft den Innereien zugerechnet)
Hinweis:
Leber, Niere und Milz sollten über mehrere Mahlzeiten verteilt werden, um Verdauungsproblemen vorzubeugen.
- Pansen & Blättermagen
Pansen liefert wertvolle Mikroorganismen, natürliche Vitamine und vorverdautes Pflanzenmaterial.
Empfehlung:
- Hund: 15–20 % des tierischen Anteils
- Katze: maximal 5 %
Ideal für empfindliche Hunde oder nach Krankheiten.
- Knochen & Knorpel – natürliche Mineralstoffquellen
Knochen liefern Calcium, Phosphor und Magnesium.
Empfehlung für Hunde (RFK – Rohe Fleischknochen):
- 5 % blanke Knochen
- 10 % harte Knochen
- 15 % Mix aus harten und weichen Knochen
- 20 % weiche Knochen
Achtung bei Katzen:
Sie neigen schneller zu Verstopfung – hier sehr vorsichtig dosieren.
Geeignete Knochen:
- Rippenknochen
- Brustbein
- Knorpel
- Fleischige Knochen (immer mit Fleisch ummantelt)
- Gemüse & Obst
Der pflanzliche Anteil ersetzt den Magen-Darm-Inhalt eines Beutetieres und liefert Ballaststoffe, Enzyme und sekundäre Pflanzenstoffe.
Vorteile:
- unterstützt die Verdauung
- beugt Verstopfungen vor
- stärkt die Darmflora
- liefert wertvolle Vitamine & Mineralstoffe
Wichtig:
- Gemüse immer fein pürieren oder leicht dünsten
- Für Katzen maximal 5 % der Gesamtration
- Stärkehaltige Pflanzen werden von Katzen besser verwertet als andere Kohlenhydrate
- Öle & Fette
Essentielle Fettsäuren wie Omega-3 und Omega-6 sind unverzichtbar. Der Körper kann sie nicht selbst bilden.
Empfohlene Öle:
- Fischöl (wichtig: EPA & DHA!)
- Hanföl
- Leinöl
Wichtig:
Hunde können DHA nicht selbst bilden – deshalb sollte Fischöl regelmäßig ergänzt werden.
- Getreide (optional)
Getreide kann gefüttert werden, ist aber nicht notwendig.
Hinweise:
- als Energielieferant nicht zwingend nötig
- kann schnelle Energie für Leistungshunde geben
- größere Mengen fördern Übergewicht
- häufige Unverträglichkeiten bei Weizen und glutenhaltigen Sorten
Bei gesunden Hunden sind kleine Mengen unproblematisch – Katzen sollten kein Getreide bekommen
